Warum der erste Schritt überbewertet ist

Erste Schritt

Der erste Schritt und warum Du danach weitermachen sollst!

„Du musst nur den ersten Schritt machen“

„Sobald der Stein ins Rollen gekommen ist“

„Wenn ich doch nur wüsste, wie ich anfangen müsste! Den Rest schaffe ich schon…“

Ok. Genug mit Sprüchen und Phrasen, die Du bereits kennst.

Heute gehen wir näher auf den ersten Schritt, seine Wichtigkeit und seine Überbewertung ein.

Wir schauen uns den riesigen Berg an, der vor uns steht und haben Angst. Angst davor, zu versagen. Angst davor, dass uns die Luft auf dem Weg ausgeht. Angst davor, dass es doch nicht der richtige Weg ist und dass Alles verschwendete Energie ist.

Wenn wir dann endlich den ersten Schritt gewagt und uns darauf eingelassen haben, fällt meist eine große Last von unseren Schultern, weil wir mutig genug waren und stolz auf uns sind.

Nur vergessen wir, dass wir damit zwar einen wichtigen Schritt gegangen sind, aber doch erst am Anfang stehen.

Dazu zwei Beispiele:

1. Nur ein Bruchteil der gekauften Bücher werden zu Ende gelesen:

Ich habe einmal die Theorie gelesen, dass lediglich 10% der gekauften Bücher über das erste Kapitel hinaus gelesen werden. Ungläubig über diese Aussage, begab ich mich zur Vorbereitung auf diesen Artikel auf die Suche nach der Widerlegung des Ganzen. Gefunden habe ich allerdings nur Bestätigungen:(http://www.buchreport.de/nachrichten/verlage/verlage_nachricht/datum/2014/07/14/gekauft-ist-nicht-gelesen.htm).  

Wir fangen Dinge an und beenden Sie nicht (hier spreche ich nicht über den bereits eingegangen „Concorde-Effekt“). Sondern darüber, dass Du denkst, mit dem ersten Schritt seist Du bereits am Ziel und hörst danach auf es wirklich zu wollen, was das zweite Beispiel noch viel besser zeigt:

2. Die überfüllten Fitnessstudios zum Jahresbeginn:

Aus eigener Erfahrungen, durch die Medien oder von was auch immer, Du kennst es. Die überfüllten Studios zum Jahresbeginn lassen die fleißigen Mitglieder verzweifeln und die Studiobesitzer ins Grinsen bringen durch die vielen Neuanmeldungen (viele Fitnessstudios haben genau deswegen zu Jahresbeginn „Urlaubssperren“ für Ihre Mitarbeiter).

Das Ganze hält meist vier bis sechs Wochen an und dann normalisiert sich der Betrieb wieder.Hier hat uns der Jahreswechsel den Schritt erleichtert, endlich etwas zu ändern. Und wir haben das Gefühl, dass nun alles besser wird, weil der erste Schritt gemacht ist.

„Nun wird Alles von alleine gehen“ denkst Du. Und alle Hindernisse die Du vorher noch hattest – sei es die Ernährung, der regelmäßige Alkoholkonsum oder was auch immer – sind wie verflogen.

Dann – nach ein paar Wochen – stellt sich der erste Frust ein:

Der Körper tut weh, die Ernährung nervt Dich und eigentlich war vorher ja doch Alles nicht so schlimm…

Du verarschst Dich selbst und suchst nach Ausreden, doch nicht weiter zu machen.

Hättest Du also gewusst, was nach dem ersten Schritt noch alles kommen mag, Du wärst Ihn wahrscheinlich nie gegangen, richtig?

Warum also geben wir diesem ersten Schritt so viel Gewicht?

1. Weil wir zu viel denken und zu wenig handeln!

Du überanalysiert, Du suchst nach Ausreden, Du überlegst, was passieren könnte… und wenn Du es nach alldem noch immer wagst, den ersten Schritt zu gehen, ist es doch nur menschlich, dass Dir erstmal ein Stein vom Herzen fällt.

2. Du denkst, nach dem ersten Schritt gehe Alles von alleine.

Nur, weil Du den ersten Schritt gewagt hast, werden all Deine Herausforderungen nicht verschwinden. Du wirst nicht von heute auf Morgen automatisch diszipliniert, weil Du diesen Schritt gemacht hast.

Was machen wir also nun mit der Tatsache, dass wir den ersten Schritt gemacht haben:

1. Du kannst stolz auf Dich sein!! „Aber du hast doch eben darüber gesprochen, dass…“ ja habe ich, na und!? Nichtsdestotrotz ist der erste Schritt wichtig. Und es ist toll, dass Du Ihn gewagt hast!

2. Dich über die Hindernisse auf dem Weg freuen:

Herausforderungen testen Dich lediglich auf Deinem Weg und Sie zeigen Dir, dass Du an einem wichtigen Punkt bist. Akzeptiere Sie, leugne Sie nicht und nehme Sie an, denn nur dann geht es weiter.

3. Genieße jeden einzelnen Schritt:

Stell Dir eine Mauer vor, die Du errichten möchtest. Und diese Mauer benötigt 1000 Steine.

Jetzt kannst Du den ersten, den zweiten und den dritten Stein legen und beim Gedanken an die restlichen 997 Steine feststellen, dass es zu viel ist.

Der viel bessere Weg ist, einen Stein so perfekt und einmalig zu legen, wie es Dir möglich ist. Voller Freude, Dankbarkeit und Wertschätzung. Wenn dieser Stein fertig gelegt ist, gehst Du zum nächsten. Nicht vorher schon an den nächsten Stein, die nächsten 100 oder gar an die nächsten 999 denken. Genieße den Moment und mache ihn so einmalig, wie nur möglich.

Um das Ganze ein wenig realer zu gestalten: Genieße diese eine Trainingseinheit! Es ist egal, was morgen ansteht, was Du noch einkaufen „musst“ oder wie sehr Du Dich im heutigen Meeting gelangweilt hast. Du bist gerade hier, also genieße es!!!

4. Warum gehst Du diesen Weg?

– In der Regel am Anfang, heute ganz bewusst am Ende –

Warum gehst Du diesen Weg?

Ist es Dein Weg? Oder ein Weg, den jemand Dir vorgegeben hat?

Warum willst Du es?

Dein „Warum“ ist in jeder Lage und Situation ein wichtiger Teil und wird noch oft Thema in diesem Blog sein. Denn nur, wenn Du die „Warum“-Frage geklärt hast, kannst Du Dir in schweren Zeiten selbst Halt geben.

Abschließen möchte ich den heutigen Artikel mit einem großartigen Zitat von Jacob Riis:

„Wenn nichts mehr zu helfen scheint, schaue ich einem Steinmetz zu, der vielleicht 100mal auf seinen Stein einhämmert, ohne dass sich auch nur der geringste Spalt zeigt; doch beim 101. Schlag wird er entzweibrechen. Und ich weiß, dass es nicht dieser Schlag war, der es vollbracht hat – sondern alle Schläge zusammen.“

Begreife also, dass alle Schritte auf dem Weg zu Deinem Ziel wichtig sind. Der erste genauso wie der 99. Schritt.

Danke für das Lesen des Artikels und über Feedback freue ich mich immer.

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