Der bekannte Schmerz

Bekannter Schmerz - F

Es ist einfacher den bekannten Schmerz zu ertragen als etwas Neues zu wagen oder anders formuliert:

Wir ziehen das bekannte Unglück, dem unbekannten Glück vor!

Im ersten Teil der Serie ging es um den Vergleich zwischen Physischer und Psychischer Belastung, heute geht es darum warum wir lieber den bekannten Schmerz ertragen, als etwas Neues zu wagen.

Du kennst Situationen, in denen Du den Schmerz in einer gewohnten Situation, dem Unbekannten vorziehst, da Du nicht nicht weißt was Du machen kannst und sollst.

Ich zeige Dir was die Gründe dafür sind, die Folgen daraus und wie Du in Zukunft am Besten damit umgehst:

Starten wir mit den häufigsten Ursachen dafür:

1. Erziehung:

Das haben wir schon immer so gemacht —> Die Prinzipien unserer Eltern werden meist an uns weitergegeben. Das Blöde ist Sie waren schon als Sie es von Ihren Eltern gelernt haben längst veraltet und überholt, denn (Du wirst es richtig erahnen) diese haben es von Ihren Eltern erlernt. Somit bekommen wir teils Jahrzehnte alte Tugenden vermittelt, die keinen Sinn mehr ergeben.

Das heißt nicht das damals alles schlecht war, sondern nur das „Das haben wir schon immer so gemacht“ keine logische Erklärung ist, um etwas weiterhin zu tun.

2. Bisherige Erfahrungen

Du kennst Situationen aus Deiner Vergangenheit bei denen Du etwas Neues ausprobiert hast. Gerade in der Kindheit haben wir die Gabe Dinge einfach auszuprobieren ohne viel darüber nachzudenken. Das verlernen wir, denn es gibt Situationen in denen wir belächelt oder aufgezogen wurden, wenn etwas nicht so funktioniert hat wie es sollte. Sei es von mitspielenden Kindern, anderen Menschen oder manchmal gar Familie und Freunden.

Das ist noch zu sehr in Deinem Kopf verankert, was Dir Angst macht erneut zu „scheitern“. Fehler gehören dazu und sind gut wenn Du Sie machst, denn dann versuchst Du meist etwas Neues aus.

3. Vorstellung des Unbekannten

Erinnere Dich mal an Deine Vergangenheit, in der Du große Bedenken vor etwas hattest, sei es vor einem Vorstellungsgespräch, einer Unterhaltung, einem Vortrag, der neuen Arbeit, den neuen Kollegen und so weiter.

Sei kreativ, Dir fällt hier sicherlich was ein.

Dann kam der große Tag, der große Moment und im Anschluss hast Du über Dich selbst geschmunzelt, weil Du Dir so viele Sorgen darüber gemacht hast und es im Endeffekt nur halb so schlimm war. Unsere Vorstellung von etwas Neuem ist meist viel schlimmer als die Realität selbst.

Die Folgen sind offensichtlich:

Du bleibst in Beziehungen die keinen Sinn mehr haben, gehst täglich zum ungeliebten Job und die geplante Diät startet doch erst nächste Woche.

Du schiebst es weiter vor Dir her, weil du Angst vor Veränderungen hast.

Was auch immer Du tust, was Dir selbst nicht gut tut, folgende vier Punkte helfen Dir dabei es zu lösen:

1. Warum möchtest Du diese Situation ändern?

Die entscheidende Frage die Du Dir beantwortest.

Gründe könnten sein:

– Die Beziehung tut Dir nicht mehr gut, weil Du merkst das Du nicht mehr Du selbst bist und Du dadurch mehr und mehr schlechte Laune hast. Du bist schnell gereizt und extrem frustriert was sich auf andere Bereiche in Deinem Leben auswirkt.

– Der Job gefällt Dir nicht mehr und Du hast das Gefühl auf der Stelle zu treten. Du möchtest mehr und das geht in der aktuellen Situation nicht. Wenn Du also in dem Job bleibst, kannst Du Dich nicht selbst verwirklichen!

Egal was es ist, finde heraus warum es so ist, denn das wirst Du brauchen, wenn Du ins Grübeln kommst.

Wichtig hier: Werde konkret!

Ein einfaches „Die Beziehung ist halt schlecht“ wird Dir nicht viel bringen. Warum ist Sie schlecht? Was sind die Folgen wenn Du in der Beziehung bleibst? Gehe hier auf die tiefe Suche nach dem Grund!

2. Eine Frist! Bist wann möchtest Du die Situation ändern?

– Du möchtest in 7 Tagen Klarheit über Deine Beziehung haben? Setze Dir selbst diese Frist und Suche das Gespräch mit Deinem Partner!

Gebe Dir einen Ablaufplan bis wann Du was gemacht haben willst, so hast Du eine klare Struktur in Deiner Handlung, denn Du willst es unbedingt, dass hat Dir Dein Warum klar gezeigt.

3. Male Dir nicht aus wie es sein könnte, was passieren könnte oder wie es sein wird.

Du hast für Dich entschieden das Du eine Situation ändern möchtest, jetzt geht es darum es auch zu tun. Denke nicht tausend mal darüber, Du weißt warum Du es möchtest.

4. Plane ein danach

Ein wichtiger Punkt der häufig vergessen wird, denn oft sind wir zu sehr auf das aktuelle bezogen. Sobald wir dann endlich den Schritt gewagt haben, wissen wir nicht wie es weitergehen soll.

Bei einer Trennung kann es zum Beispiel sein, dass Dich ein Gefühl der Leere überkommt und Du denkst Du seist alleine.

Genauso kann es aber auch passieren, dass Du überfordert bist mit der neugewonnen Zeit, mit den Möglichkeiten, mit dem Leben als Single. Du stürzt Dich in alles rein, nur um dann festzustellen, dass Du Dich ablenkst.

Dadurch ist die Gefahr extrem hoch wieder in alte Muster einzubrechen, da Du weißt wie Du Dich dann verhalten „musst“ und kannst.

Was genau heißt es also ein danach zu planen, hier am Beispiel einer Trennung:

  • Welche Hobbys möchtest Du wieder intensiver betreiben?
  • Wie viel Zeit möchtest Du damit verbringen?
  • Wann nimmst Du Dir Zeit für Dich?
  • Wann siehst Du, welche Freunde ?
  • Wie sehen Deine Wochenenden aus —> Ganz wichtiger Punkt bei einer Trennung, da Du hier oft die meiste Zeit hast und ins „Grübeln“ kommst.
  • usw.

Wenn Du ins Grübeln kommen solltest ob es richtig war Dich so zu entscheiden ist das absolut normal und auch gut so. Das schöne ist, mit der Beantwortung der Frage „Warum“ du die Situation ändern möchtest hast Du einen starken Halt, der Dich daran erinnert warum es für Dich so wichtig ist stark zu bleiben!

Du weißt nun warum Du bisher an dem bekannten  Schmerz festgehalten hast, was die Folgen sind und wie Du damit umgehen kannst in Zukunft.

Teile Deine Erfahrung mit uns in den Kommentaren, wir freuen uns darauf!

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