Dein Umfeld und deren Einfluss auf Dich

Menschen in Deiner Umgebung - F

Die Menschen in Deiner Umgebung

„Du bist, mit wem Du Dich umgibst. Schau auf Deine fünf nächsten Menschen und das bist Du. Wenn Du diese Person nicht sein willst, weißt Du, was Du zu tun hast“ – Will Smith – 

In einem seiner Videos spricht ein junger amerikanischer Youtuber darüber, warum er den Großteil seiner Freunde aussortiert hat –> Hier der Link zum Video

Im Groben geht es darum, dass wenn einer Deiner Bekannten heute zu Dir nach Hause kommt und einen Müllsack bei Dir in der Wohnung lassen würde und anschließend einfach geht, was würdest Du denken oder machen?

Auf jeden Fall würdest Du über Jahre hinweg darüber erzählen, welche Nerven diese Person hat, seinen Müll bei Dir zu Hause abzulassen.

Was ist aber mit dem mentalen Müll den Menschen jeden Tag bei uns ablassen?

Inspiriert von diesem Video wollte ich der Sache ein wenig näher auf den Grund gehen.

Meine Gedanken und mein Fazit findest Du in diesem Artikel.

Wir starten damit, dass Du auf einen kleinen Zettel die fünf engsten Menschen aufschreibst, mit denen Du dich aktuell umgibst. Familie gehört genauso dazu, wie alle Anderen. Wenn Du also viel Zeit mit Deiner Mutter, Deinem Vater oder Deinem Onkel verbringst, nimm diese Person bitte mit auf.

Gut, mit diesen Menschen werden wir heute „arbeiten“ und schauen, welchen Einfluss Sie auf Dich und Deine Gedanken haben.

Dafür schauen wir uns zuerst an, was Du am Meisten an diesen Menschen schätzt.

Schreibe dazu neben den Namen 4-5 positive Eigenschaften, die Du unheimlich gerne an diesem Menschen magst. Bei Einigen wird es schneller gehen als bei Anderen. Nimm Dir Zeit, dass Ganze ist sehr wichtig für Dein Wohlbefinden.

Fertig? Sehr gut. Gehen wir nun zu der anderen Seite und schreiben 2-3 Eigenschaften auf, die Du nicht so gerne an Dieser Person hast. Auch hier kann es wieder passieren, dass Dir manche Eigenschaften schneller in den Sinn kommen als andere.

Lies Dir diese Liste nun bitte noch einmal in Ruhe durch, diesen Charakterzügen werden wir heute auf den Grund gehen.

Jetzt kommt ein ganz wichtiger Schritt:

Überlege bei den Eigenschaften, ob diese Menschen diese schon lange haben oder erst über eine gewisse Zeit entwickelt haben.

Warum ist das Ganze so wichtig?

Oft pflegen wir eine Freundschaft auf alten Erinnerungen und unserer Vorstellung von dieser. Menschen verändern sich im Laufe Ihres Lebens aber nun mal.

Dir fällt hier bestimmt ein Beispiel von einem Menschen ein, der sich über die Jahre hinweg sehr verändert hat, egal ob positiv oder negativ!?

Dadurch halten wir meist eine Freundschaft mit einem Menschen aufrecht, den wir gar nicht mehr mögen und den wir heute niemals mehr als Freund in unseren Kreis lassen würden.

Da die Person aber schon da ist, stellen wir Sie gar nicht in Frage, was bei manchen „Freunden“ aber ganz wichtig ist.

So nun solltest Du eine Liste mit den folgenden Punkten haben:

  • Name
  • Positive Eigenschaften
  • Negative Eigenschaften
  • Seit wann hat dieser Mensch diese Eigenschaften

Ja, heute gibt es mehr zu Arbeiten, als bei meinen anderen Artikeln. Aber glaube mir, wenn ich Dir sage, wie wichtig das Ganze ist.

Als nächsten Schritt machen wir Folgendes:

Du überlegst Dir eine Situation, bei denen diese Charakterzüge beim letzten Mal auftraten.

Schreibe dies gerne als kleine Notiz neben die Eigenschaft.

So. Nun überlegst Du Dir, ob Du – während Du mit dieser Person zusammen bist – dazu tendierst, diese Züge anzunehmen.

Lass mich Dir dazu kurz ein konkretes Beispiel geben:

Nehmen wir an, Du hast einen guten Freund bei dem Du Dich an zwei Situationen erinnern kannst. Eine positive Situation und eine negative.

Die Positive trat beim letzten Mal auf, als Du Ihm von Deinem nervigen Job erzählt hast und dieser Mensch Dir zugehört hat, Dir wichtige Fragen gestellt hat und einfach aufbauende Worte mit auf den Weg gegeben hat.

Er war für Dich da, hat Dir ein offenes Ohr geschenkt und ist als positiv denkender Mensch an die Sache ran gegangen. Was genau hat Dir das gebracht?

  • Konntest Du diesen Optimismus übernehmen?
  • Ging es Dir nach diesem Gespräch besser?
  • Suchst Du häufig den Rat dieser Person?

Nun kommen wir zu der zweiten Situation, in der Du einen gemütlichen Abend verbringen wolltest und dieser Freund vor Deiner Türe steht um Feiern zu gehen. Allerdings wolltest Du Morgen eigentlich früh raus um endlich mit dem Sport anzufangen. Und Du hattest Dir auch vorgenommen, weniger Alkohol zu trinken.

Genau das sagst Du Deinem Freund, aber er beharrt darauf, dass Du doch eine Ausnahme machen könntest und mitgehen sollst… Ohne Dich sei es nicht das Gleiche.

Hier möchte er Dich von zwei guten Vorhaben (mehr Sport, weniger Alkohol) mit schwachen Argumenten davon überzeugen, doch noch mal eine Ausnahme zu machen. Er hält Dich davon ab, dass Du Dir und Deinem Körper und damit Deiner Seele etwas Gutes tust.

  • Neigst Du dazu, in solchen Situation Deine Vorhaben zu verschieben?
  • Verleitet Dich dieser Freund oft zu solchen oder ähnlichen Dingen?

Schau Dir einfach die letzten Situationen an, in denen es dazu kam und überlege Dir, wie Du reagiert hast.

Übernimmst Du Die Eigenschaften und Ansichten Deiner Vertrauten?

Das machst Du bei jeder Deiner fünf geliebten Menschen. Oft wirst Du feststellen, dass eine Seite ganz klar überwiegt. Dass die positiven Dinge also viel häufiger auftreten und die Dinge, die Dich „stören“ im Prinzip nur Nuancen sind.

Das ist toll, denn so hast Du Dir noch mal vor Augen geführt, was für eine tolle Freundschaft Du mit diesem Menschen hast. Was solltest Du jetzt wohl tun? Natürlich! Ruf die Person doch einfach mal an und sag „Danke“! Glaub mir, egal wer es ist, diese Person wird sich freuen. Ich warte hier, also los! Nicht wieder aufschieben ;).

Erledigt!? Sehr schön! Machen wir also weiter:

Natürlich wird es auch passieren, dass Dir bewusst wird, dass gewisse Menschen meist nur negativen Einfluss auf Dich und Dein Leben haben. Die positiven Dinge, die Sie mal ausgemacht haben sind wie verschwunden.

Das soll Dich jetzt nicht direkt dazu bringen, die Freundschaft zu kündigen, denn immerhin war Dir es wert, diese Person auf die Liste zu schreiben, nicht wahr?

Was machst Du also am besten mit diesen neuen Informationen?

Suche das Gespräch mit dieser Person. Sage ihr, dass Du ein wenig über euch und eure Beziehung nachgedacht hast und Dir dabei Folgendes aufgefallen ist…

Schau, wie dieser Mensch reagiert:

  • Stößt Du auf Verständnis?
  • Kommt Dir Wut oder Unverständnis entgegen?

Egal, was auch immer in diesem Gespräch passiert, danach bist du wesentlich schlauer und kannst auf einer richtigen Grundlage, die für Dich richtige Entscheidung treffen.

Und Du wirst nach diesem Gespräch definitiv wissen, was Du zu tun hast!

So, das war heute eine echte Herausforderung!

Ich wünsche Dir viel Mut und Erfolg bei der Umsetzung. Teile Deine Erfahrungen mit uns in den Kommentaren.

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4 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hallo Patrick,

    in deinem Artikel ist unheimlich viel wertvolles zu lesen. Du hast vollkommen Recht damit, dass man sich Gedanken dazu machen muss mit welchen Menschen man sich umgibt und sich darüber bewusst wird, dass die Menschen die man in sein Leben lässt zwangsläufig einen Einfluss auf uns haben. Diejenigen die man am nächsten an sich lässt wirken direkt und indirekt (für uns meinst unbewusst) auf uns ein.

    Als du die Behauptung äußertest die Menschen die uns umgeben sind wir, hattest du auf so erschreckende Weise Recht. Doch denkst du nicht auch, dass wir manchmal auch das Glück haben Menschen Freunde nennen zu dürfen die zu werden (natürlich im metaphorischen Sinne betreffend spezifische Eigenschaften) wir uns wünschen? Kennt nicht jeder Menschen bei denen er sich wünscht in einigen Aspekten dazulernen zu können?

    Was mich jedoch ein wenig aufbrachte war deine so rationale Herangehensweise. Verzeih wenn ich das so deutlich sage, aber deine Positiv/ Negativ Auflistung hat viel von einer Kosten/ Nutzen Relation, auch wenn ich mir sicher bin, dass du es so nicht meintest. Aber sollte man bei der Beurteilung des „was nun“ bei einem negativen Ergebnis nicht grade davon Abstand nehmen? Wann brauchen wir unsere liebsten Freunde eher als in Momenten in denen wir von unserem Weg abkommen und uns in die falsche Richtung entwickeln? Sind es nicht grade alte Freunde die wir auch dafür lieben, dass sie all unsere Phasen mit uns durchlebten? Schulden wir es diesen Menschen nicht, auch für sie da zu sein, selbst wenn die Koste/ Nutzen Relation einen anderen Rat erteilt? Und ja das meine ich auch über viele Jahre hinweg!

    Deine Meinung dazu würde mich sehr interessieren.

    Lieben Gruß
    Olga

    P.S.: Ich verfolge euren Blog von Beginn an und bin so begeistert über all die Gedanken die du und Torben in mir auslösen (insbesondere auch dann wenn mich etwas wie hier aufregt). Tolle Arbeit!

    1. Hallo Olga,

      toller und inhaltsreicher Kommentar, danke dafür.

      Zum ersten Teil Deines Kommentars stimme ich Dir komplett zu.
      Natürlich haben wir bei einigen Menschen die Freude etwas dazulernen zu können,was auch in keiner Weise ein Widerspruch zum Geschriebenen darstellt. Oder vielleicht verstehe ich Deine Frage nicht?

      Nun zum zweiten Teil:
      Warum sollten wir bei einem negativen Ergebnis Abstand davon nehmen, gleichzeitig bei einem positiven Ergebnis die Freundschaft aber „bestätigt“ sehen? Wenn wir mit dem Ergebnis nicht klarkommen (egal ob positiv oder negativ), sollten wir diese Gegenüberstellung gar nicht erst machen.
      Es ist unheimlich wichtig Menschen in seinem Leben zu haben, die bereits viele oder gar alle Phasen miterlebt haben. Natürlich sind diese sehr kostbar und unheimlich wertvoll für uns. Wir sollen auch nicht nach einem kurzen oder langen Abkommen vom Weg uns direkt umkehren. Nur Menschen entwickeln sich manchmal in unterschiedliche Richtungen.
      Wenn ein wichtiger Menschen einen anderen Weg einschlägt und nichts oder nur noch wenig mit dem einst geliebten Menschen gemeinsam hat, was genau bringt diese Freundschaft dann noch?
      Wichtig ist natürlich erst das Gespräch zu suchen, gerne auch mehrmals, denn die Freundschaft hat es nicht ohne Grund bis hierher geschafft und dies sollten wir wertschätzen.
      Wenn die Werte und Wertvorstellung allerdings in eine komplett andere Richtung gehen ist es an der Zeit weiterzuziehen und die Freundschaft in guter Erinnerungen zu behalten. Zumindest vorerst… Vielleicht kreuzen die Wege sich eines Tages erneut, nur Stand heute sollten wir meiner Meinung nach erstmal einen Cut machen.
      Warum ist das so wichtig?

      Aus zwei Gründen:

      1. Wenn Du ein, zwei oder gar mehrere Menschen hast die Dir nicht gut tun und Dich einfach runterziehen, ist es unmöglich für andere wichtige Menschen in Deinem Leben genau so da zu sein.
      Was ist also mit den Menschen die Dich auch heute noch gut verstehen, mit denen Du auf einer Wellenlänge bist und die Dich vielleicht auch schon lange kennen? Kannst Du gleichzeitig für diese Menschen wie gewünscht da sein und Dich parallel runterziehen lassen? Meiner Meinung nach nicht möglich und ich finde wir sollten für unseren wahren Freunden da sein und wenn wir dafür von jemand anderem Abstand nehmen möchten, so be it.

      2. Was ist mit Dir selbst? Kannst Du Deinen eigenen Wünschen und Träumen so verfolgen wie Du es Dir wünschst, wenn Du bestimmte Menschen in Deinem Leben hast, die Dir nicht gut tun? Auch hier sage ich ganz klar – Nein – das ist nicht möglich.

      Am Ende bleibt also übrig, dass Du für andere wichtigen Menschen (diese die Dich immer noch verstehen und bei denen Du ein anderes Gefühl empfindest) in Deinem Leben nicht mehr so da sein kannst und gleichzeitig Dich selbst hinten anstellst.
      Sind das diese „Freunde“ wirklich wert?

      Ich komme hier zu einer klaren und sehr einfachen Antwort, die vielleicht rational klingen mag, die ich meinen wahren Freunden und auch mir selbst aber wert sein sollte.

      Erneut Danke für Dein Kommentar und Dein tolles Feedback.

      Viele Grüße,
      Patrick

  2. Hallo Patrick, hallo Torben,

    dass ist ja alles gut und schön, aber was ist wenn man beruflich nur mit einer Person arbeiten muss; die aber mehr negative als positive Eigenschaften hat?!
    Ich habe auch leider keine andere Möglichkeit.

    LG Marina

    Übrigens, möchte ich Euch noch sagen, das Ihr ganz tolle Arbeit hier macht. Ich bin manchmal überrascht was es für einfache und effekitve Möglichkeiten gibt um seine “ Komfortzone“ zu verlassen. Klasse….weiter so;)

    1. Hallo Marina,

      erstmal Danke für Dein Kommentar und Dein positives Feedback.
      Nun zu Deiner Frage:

      Natürlich kann es gerade beruflich eine echte Herausforderung sein.
      Stecke Ihn doch einfach mit Deinem Optimismus an und vielleicht springt er darauf an. Wenn nicht, suche ganz gezielt das Gespräch mit Ihm, denn es ist Deine Energie die bei so viel Negativem aufgebraucht wird.
      Als letzten Schritt kannst Du versuchen, eure Unterhaltungen auf ein Minimum zu reduzieren, denn oft sprechen wir auch im Berufsalltag viel über private Dinge. Reduziere diese Gespräche und versuche es beim Beruflichen zu belassen.

      Viel Erfolg bei der Umsetzung und viel Spaß mit der neu gewonnen Energie.

      Liebe Grüße,
      Patrick

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